Strömung

Strömung

Spontane Skulp­tu­rale Bewegung für alle Teilnehmer:innen der Abschluß­ver­an­stal­tung von „WENDige Frauen“ Frauen­stadt­ar­chiv Dresden im Hole of Fame am 20.7.2019

Im Anschluß an den letzten Vortrag im Rahmen von „WENDige Frauen“ im Hole of Fame wurde die Struk­tur der skulp­tu­ra­len Bewegung durch die Künst­le­rin­nen den Anwesen­den erklärt: auf ein Start­zei­chen hin verlies­sen alle im Raum Anwesen­den gemein­sam rückwärts laufend den Raum durch die Eingangs­tür. Dabei durfte nicht zurück geschaut werden.

Durch die Rückwärts­be­we­gung wurde der Sinn für den Raum und die sich gleich­zei­tig darin Bewegen­den sensi­bi­li­siert. Die Einzel­per­so­nen gruppier­ten sich, da sie den gleichen Ausgang anstreb­ten und da dieser für mehrere Perso­nen ein Engpass war. Sie waren, da sie nicht zurück schauen sollten, darauf angewie­sen sich mit den anderen im Raum zu solida­ri­sie­ren, ihnen z.B. durch Berüh­rung Zeichen zu geben wenn ein Hinder­nis kommt oder der Abstand zwischen den Perso­nen zu klein wurde. Sie halfen sich gegen­sei­tig bei der Orien­tie­rung durch gespro­chene Hinweise.

So bewegte sich die Perso­nen­gruppe langsam und zähflüs­sig vom Innen­raum auf die Straße, in ein enges abgesteck­tes Areal direkt vor den Schau­fens­tern, das mit einem roten Teppich ausge­legt war. Die Perso­nen­gruppe wußte nicht in was für ein Areal sie treten, da dieses unbemerkt während der Vorträge aufge­baut wurde.

In seiner Ausge­stal­tung wirkte der Ort einer­seits exklu­siv, ein „roter Teppich“, zu dem nur ausge­suchte Menschen Zutritt haben, anderer­seits wirkte er durch die behelfs­mä­ßige Absper­rung wie ein Tatort oder eine Baustelle, also eher wie etwas, in das man schick­sal­haft hinein­ge­ra­ten ist.

Die Gruppe hielt sich dort eng an eng eine Weile auf, obwohl es möglich gewesen wäre das Areal zu verlas­sen. Der Innen­raum war bis auf einen Kellner nun menschen­leer. Die exklu­sive Gruppe auf dem einge­zäun­ten roten Teppich wurde nun von den Menschen außer­halb des Areals betrach­tet. Inner­halb des Areals fanden angeregte Gesprä­che statt, außen wurde eher zugeschaut. Der Kellner reichte an die Perso­nen inner­halb des Areals ein rotes Getränk, womit alle anstießen.

Danach bewegte sich die Perso­nen­gruppe wieder rückwärts und ohne nach hinten zu schauen vom Aussen­raum in den Innen­raum. Dort begann dann die Party.

info

Year:

2019

Konzept / Umsetzung:

Svea Duwe

Choreografie:

Daniela Lehmann

Pix:

Zoltán Tanczik

Category:

installation art, inszenierung, sculptural movement, art in public space, performance laboratory