A DREAMER 2018 Echthaar, Kunsthaar, Hautleim, Bambus, Stahl ca. 130 x 130 x 20 cm /// Real and sythetic hair, skin glue, bamboo, steel

 
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All people dream. In an uncontrolled way. The dream is a free space. DREAMER also refers to the name given to the children of illegal immigrants in the United States who have no identity documents, but usually lead a very normal life. They receive school education and there are special universities that enable the dreamers to study or even talented once to receive grants. Nevertheless, they lead a life of constant insecurity because they could be deported at any time. They are basically subject to the arbitrariness of the respective political rulers in the country, although they pay large amounts of tax each year. The word DREAMER is thus totally recontextualized and attains a new meaning. The real existence of these people is declared an ongoing dream state that never leads to secured acceptance in society. The years of striving for a better life, after having to flee from war or poverty, the efforts to become a part of a functioning society, to be recognized by this society and to help shape it, are associated with both hope and delusion through this word.

When is a person granted the right to be recognized as a citizen? When is a portion of society willing to rob a person of his or her human rights to security, education, freedom and physical safety?

It seems as if in various societies the conviction is asserting itself, that fleeing from one´s country takes the basic human rights of freedom and physical safety away from the refugees. Therefore DREAMER in my work also stands for those people who, without a regulated legal status and in danger of being deported to another country, seek to integrate themselves into our society.

At the same time DREAMER also stands for dreaming, the mental free space in which we all move about, which we all sympathize with, from which we draw our wishes, hopes and visions. Perhaps the DREAMER is also a visionary who conceives new paths beyond existing borders and is socially excluded for this reason, since the boundaries in society are so strong that even killing is taken into consideration.

 

 
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Alle Menschen träumen. Unkontrolliert. Der Traum ist ein Freiraum. DREAMER bezieht sich auf die Bezeichnung der Kinder von illegalen Einwanderern in den USA, die keine Ausweispapiere haben aber meist ein ganz normales Leben führen. Sie bekommen eine Schulbildung und es gibt besondere Universitäten, die den Dreamern zu einem Studium oder sogar auch, bei entsprechender Begabung, zu einem Stipendium verhelfen. Sie führen dennoch ein Leben in der konstanten Unsicherheit jederzeit ausgewiesen werden zu können. Im Grunde sind sie der Willkür der jeweiligen politischen Machthaber im Land unterworfen obwohl sie viele Steuern pro Jahr zahlen.

Das Wort „Dreamer“ wird hier völlig neu kontextualisiert und erfährt eine Umdeutung. Die reale Existenz dieser Menschen wird zu einem andauernden Traumzustand erklärt, der nie zu sicherer gesellschaftlicher Akzeptanz führt. Das jahrelange Streben nach einem besseren Leben - weil man vor dem Krieg fliehen musste oder weil man vor der Armut floh - das Bemühen ein Teil einer funktionierenden Gesellschaft zu werden, in der Gesellschaft anerkannt zu werden, sie mit zu gestalten, wird durch die Bezeichnung Dreamer zugleich mit Hoffnung und Trugschluß verbunden.

Ab wann hat ein Mensch das Recht als Bürger anerkannt zu werden? Ab wann ist ein Teil der Gesellschaft bereit einem Menschen sein Menschenrecht auf Sicherheit, Bildung, Freiheit und Unversehrtheit seines Körpers zu nehmen? Es scheint, als wäre ein Großteil verschiedener Gesellschaften der Überzeugung, dass das Fliehen aus seinem Land dem Flüchtenden die menschlichen Grundrechte auf Freiheit und Unversehrtheit des Körpers nimmt.

So steht DREAMER in meiner Arbeit auch für die Menschen, die ohne geregelten Rechtsstatus und in der Unsicherheit in andere Länder ausgeliefert zu werden, versuchen sich in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Zugleich steht DREAMER aber auch für das Träumen, den geistigen Freiraum, in dem wir uns alle bewegen, an den wir alle mit Sympathie denken, aus dem wir unsere Wünsche, Hoffnungen und Visionen entwickeln. Das geistige Potential des DREAMERs übersteigt die Grenzen der gesellschaftlichen Regularien und deshalb ist er frei auch wenn er in Bedrängnis ist. Vielleicht ist der DREAMER auch ein Visionär, der über die gegebenen Grenzen hinaus neue Wege denkt und deshalb gesellschaftliche Ausgrenzung erfährt, da die Schranken in der Gesellschaft so stark sind, dass man sogar das Töten in Erwägung zieht.